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Warum Nahrungsergänzung?
Mängel mitten im Überfluss:
Immer weniger Nährstoffe
in unseren Nahrungsmittel
Von wegen "ein Äpfelchen täglich
und kein Schmerz quält dich" - heute muss man schon eine ganze
Handvoll essen, um auf die bewährte Gesundheitsfaustregel zu kommen.
Schon längst hält die knackige Frucht nicht mehr, was der schöne
Schein verspricht, auch wenn einzelne Sorten noch so verlockend
klingen. Bei anderen Obst- und Gemüsesorten sieht es nicht viel
besser aus. Bilanz: Der Bio-Treibstoff für den Körper ist längst
nicht mehr das, was er einmal war - unsere Nahrung enthält immer
weniger Nährstoffe. Vitalstofflücken sind programmiert und damit
ein Leistungsabfall, der zunächst meist schleichend auftritt. Der
Effekt: In etwa so, als wenn Sie einen Ferrari mit Diesel tanken.
Nach einer Studie der Uni Heidelberg,
die feststellt, dass in unserer Nahrung die Bioaktiven Nährstoffe
um bis zu 90% zurückgegangen sind. Die Gründe sind bekannt. Wenn
ich zum Beispiel die gleiche Vitamin-C-Menge aufnehmen will,
die mir eine Orange vor zehn Jahren lieferte, muss ich heute acht
bis neuen Orangen essen. Bei Äpfel ist der Vitamingehalt um 80%
gesunken, ebenso der Beta-Karotingehalt bei Fenchel. Der Kalziumgehalt
von Broccoli ging um 66 Prozent, das Magnesium in Karotten um 75
Prozent zurück. Muss ich jetzt, um Ihre empfohlene Tagesdosis einzuhalten,
mit dem Schubkarren einkaufen? Um Missverständnissen vorzubeugen:
Unser Essen hat nach wie vor reichlich Substanz - aber an dem, was
uns gar nicht gut tut, beispielsweise Fett, Zucker und Salz.
Doch der Anteil der vom Körper
dringend benötigten bioaktiven Vitalstoffe ist auf dramatischer
Talfahrt.
Die Gründe:
- Ausgelaugte, chemisch überdüngte Landwirtschaftliche
Nutzflächen, weite Transportwege und lange Lagerzeiten - Faktoren
wie diese haben zu einem erheblichen Rückgang der Vitalstoffe
unserer Nahrung geführt. Das geht eindeutig zu Lasten der Qualität
- und ein Ausweg ist nicht in Sicht. Schon heute stammen 75% aller
Lebensmittel aus Industrieller Produktion, Tendenz steigend.
- Die chemische Keule gegen Unkraut
und gegen Insekten, Begasungen und Beeinflussung des Reifungsprozesses,
Bestrahlungen zur Erhöhung der Lagerfähigkeit.
Hippokrates
- Farbstoffe, Konservierungsmittel,
Geschmackstoffverstärker, Dickungsmittel und, und, und - werfen
Sie mal einen aufmerksamen Blick auf das Kleingedruckte auf Tütensuppen,
Konserven und anderen Nahrungs-Dummies.
- Uebermässig lange Garzeiten,
besonders in Grossküchen und Kantinen, führen zu weiterem Substanzverlust.
Unter dem Strich kommen eine ganze
Reihe von Faktoren zusammen, welche die Kraft der Natur dezimieren.
Ernährungswissenschaftler diagnostizieren, dass die Eingriffe in
das natürliche Gefüge unserer Nahrung heute so erheblich sind, "dass
der Bedarf an lebensnotwendigen Inhaltstoffen oft nicht mehr gedeckt
ist". Sogar das Grundnahrungsmittel Brot bleibt nicht verschont:
Backtreibmittel, Konservierungsstoffe, Industriezucker - durch die
fast ausschliessliche Verwendung von Weissmehl enthält es 90 Prozent
weniger Vitamine als Vollkornbrot. Generell mangelt es industriell
hergestellter Nahrung auch an Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium,
Eisen, Jod und Zink sowie an Ballaststoffen.
Aber nicht nur die Nahrung ist
denaturiert, wie ein Blick auf die Schattenseiten mancher Getränke
zeigt:
Bei Limonaden, so bemängelt das
Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, muss der Fruchtgehalt
lediglich zwischen drei und 15% liegen, dabei ist ein Fruchtzuckeranteil
von 10 Prozent erlaubt, das sind umgerechnet 100 Gramm pro Liter
nach angaben der Verbraucherzentralen im Schnitt etwa 34 Stück Würfelzucker.
Die Freunde braun- oder gelbfärbiger Kultgetränke dürfen sich sogar
über mehr als 40 Stück freuen - übrigens ebensoviel wie in einer
Flasche Ketchup.
Vollwertland ist ausgebrannt -
doch die Masse der Verbraucher bleibt unbeirrt:
Weiterhin ist die Bratwurst mit
Pommes der Mega-Renner unter den Mahlzeiten. Wie Nachfragen in Kantinen
zeigten, rangiert der nahezu vitalstoff-freie Kultimbiss weiter
an der Top-Position der beliebtesten Essen am Arbeitsplatz. Eine
verhängnisvolle Tendenz. Nicht genug damit, dass Fast food die verhassten,
überflüssigen Kalorien liefert: Mineralstoffmangel, zu wenig Spurenelemente
und kaum Ballaststoffe - durch den regelmässigen Gang zur Imbisshütte
oder Fastfood-Palast stellt sich auch noch Eiweissmangel ein, weil
sich zu fettes und zu süsses Essen diese Bausteinsubstanz gar nicht
erst ins Blut gelangen kann.
Schlimmer noch: Die schlecht verwertbaren
Nahrungstrümmer gären und faulen im Darm, das Fett verstopft unser
"Abflusssystem". Das macht den Geist träge und den Körper
müde. Und es belastet die Schutzfunktion des Immunsystems, das hat
seinen Hauptsitz ausgerechnet im Darm. Somit wird das persönliche
Ernährungsverhalten zum Mitschuld-Faktor, hervorgerufen durch ein
gerüttelt Mass an Bequemlichkeit, Unwissenheit oder gar Ignoranz
gegenüber der eigenen Gesundheit.
Das gilt besonders für den exzessiven
Fleischkonsum: Jeder "Daily-Steak-Freund" sollte sich
klarmachen, dass auch die Futtermittel Nährstoffdefizite haben,
statt dessen meist ein üppiges Überangebot an synthetischen Hilfsmitteln
aufweisen. Die Folge: Viele Produkte vom "Nahrungslieferanten
Tier" sind wässrig, kraftlos und angereichert mit Antibiotika
und künstlichen Wachstumsförderern. Dazu kommen Verseuchungen durch
Abfälle bis hin zu Fäkalienresten und Schmieröl, nicht zu vergessen
Krankheiten und Epidemien in Zuchtbetrieben.
Selbst schuld! Negativfaktoren,
die alles noch verschlimmern
Bequemlichkeit:
Die Menschen kochen immer weniger.
Es sind bereits heute mehrere hundert Milliarden Euro die für Essen
ausser Haus ausgegeben werden. Gewinner sind sind die Fast-Food-Restaurants,
deren Anteil hat sich seit 1991 glatt verdoppelt. Immer beliebter
sind auch Bringdienste. Der Markt wuchs von 1.9 auf 3.8 Milliarden
Euro. Wachstumsprognose für die nächsten
zwei Jahre: 42 Milliarden Euro!
Unwissenheit:
Informationen zu gesundheitlichen
Themen gibt es heute reichlich. Doch kritische Töne werden in der
Medienlandschaft übertönt oder kaschiert mit markigen Werbe-Worten.
Wer in Schule und Elternhaus nicht das Glück hat, fortschrittliche
Ernährungsmethoden zu kennen, der kann sich schnell in eine fatale
Junkfood-Karriere hineinessen.
Schnäppchen-Mentalität:
Je mehr Zusätze Nahrungsmittel
enthalten, desto billiger sind sie in der Regel. Doch wer ein Hühnerei
für 20 Rappen kauft, muss auch den zweifelhaften Genuss von Antibiotika,
Psychopharmaka, Farbstoffen und Zusätzen aus dem Hühnerfutter in
Kauf nehmen. Weitere "Zugaben" sind die darin enthaltenen
Pflanzenschutz-, Desinfektions- und Parasitenvernichtungsmittel.
Die finden sich logischerweise auch in der Geflügelwurst - wenn
die ausgepowerte Legehenne ihren letzten Gang durch den Fleischwolf
hat.
Quelle: Network
Press 23/00
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